- 06.05.2004 -

Swinemünde - Ueckermünde in sieben Stunden

Vielleicht erinnert sich mancher noch an eine TV-Serie aus den 80er Jahren mit dem Titel "Der Mann aus dem Meer". Am 1. Mai 2004 hätte man im Ueckermünder Haffbad die Fortsetzung unter der Überschrift "Der Mann aus dem Haff" drehen können.
Wojtek ChmieleckiAus Anlass des EU-Beitritt Polens wurden auf recht ungewöhnlichem Wege die herzlichsten Grüße des Bürgermeisters von Swinemünde an die Bürgermeisterin von Ueckermünde überbracht. Am Morgen des 1. Mai startete der polnische Rekordschwimmer Wojciech Chmielecki um 09:45 Uhr an der Einmündung der Kaiserfahrt ins Haff, nachdem er feierlich vom Bürgermeister Swinemündes und mehreren Schaulustigen verabschiedet wurde. Sein Ziel war es, schwimmend das Strandbad von Ueckermünde zu erreichen. Für die Sicherheit des Schwimmers bei dieser Aktion sorgte das Team der Wassergefahrengruppe des DRK, die ihn mit einem Boot ständig begleiteten, sein Betreuer Wolfgang Kretschmer, die DGzRS und die Firma Aqua-Lung, die ihn mit einem speziellen Neoprenanzug zum Wärmeschutz ausrüsteten.
Als er um 16:40 Uhr aus den Fluten stieg, hatte er als erster Einzelschwimmer das Stettiner Haff auf dieser Distanz überquert und dabei mehr als 23 km im nur 10° C kalten Wasser schwimmend zurückgelegt.

Begrüßung in UeckermündeUeckermündes Bürgermeisterin Heidi Michaelis hieß ihn herzlich willkommen und äußerte schmunzelnd: "... als wir von Ihrem Vorhaben hörten, dachten wir, das kann nur ein Verrückter sein." Sie überreichte eine Urkunde und ein Buch der Stadt Ueckermünde zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Tag.
Zahlreiche Ueckermünder Einwohner und Besucher der Stadt waren an den Strand gekommen, um den Gast nach dem Vollbringen der ungewöhnlichen Leistung gebührend zu empfangen. Ulf Albrecht, selbst ein erfahrener Schwimm-Meister der Stadt Ueckermünde, kommentierte die Ankunft des Schwimmers vom Ufer aus und machte deutlich, mit welchen Strapazen der Schwimmer bei so einer Schwimmstrecke konfrontiert wird.

Alle Helfer auf einen BlickObwohl doch fast jeder mit einem völlig erschöpften Mann rechnete, stieg dieser jedoch, ein Tablett mit Sekt in der einen und die polnische Flagge in der anderen Hand haltend, munter aus den Fluten. "Ich soll Sie herzlich vom Swinemünder Bürgermeister grüßen," richtete Wojciech Chmielecki in fast perfektem Deutsch seine Botschaft an unsere Bürgermeisterin, die umringt von einer jubelnden Menge begeisterter Menschen die Grüße dankend entgegen nahm.

In einer anschließenden kleinen Gesprächsrunde auf der Terrasse der Strandhalle berichtete der Manager des Schwimmers, wie die Aktion entstand. Er dankte allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitgeholfen hatten. Auf die Frage, wie er sich fühle, antwortete der Rekordschwimmer verschmitzt, er fühle sich fit genug, um gleich wieder zurückzuschwimmen. Zunächst jedoch lud Bürgermeisterin Heidi Michaelis den Schwimmer und sein Helfer-Team zu einem zünftigen Essen ein, damit sich alle wieder stärken konnten.

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